Wir müssen uns nicht täglich beschenken, um anzuerkennen, dass wir nicht nur an einem Tag im Jahr ein neues Lebensjahr betreten sondern es an 364 weiteren Tagen begehen können.

Je älter wir werden, desto mehr wundern wir uns, wohin die Zeit geht. Die Angst vor den Zahlen, die das fortschreitende chronologische Alter betiteln, ist weit verbreitet. Gleichzeitig setzen wir uns für gewöhnlich nur einmal im Jahr damit auseinander, älter zu werden: In der Zeit um den Geburtstag, wenn die Konfrontation mit dem Altern, der Vergänglichkeit unausweichlich durch ein Datum oder Glückwünsche geschieht.

Jedes Alter hat seine besonderen und schönen Seiten. Während wir als Teenager mit Neid auf die Volljährigen mit ihren Rechten guckten, sehnen wir uns als Mittvierziger vielleicht nach einer Zeit mit weniger Verantwortung, als alles noch vor uns lag. Während wir in den mittleren Jahren vielleicht die Besonnenheit und Lebenserfahrung der 70 und 80 Jährigen bewundern, blicken letztere sehnsüchtig zurück auf die trubelreichen mittleren Familien- und Berufsjahre.

Wie wäre es also, dem Alter, das wir gerade haben, eine besondere Beachtung und Wertschätzung oder zumindest Achtsamkeit zu schenken?

Wie wäre es, sich während eines laufenden Lebensjahres immer mal wieder bewusst zu machen, was die Besonderheiten des derzeitigen Alters sind? Was ist aktuell möglich, das ich früher vermisst habe? Was ist aktuell noch möglich, das ich zukünftig vermissen könnte? Ja, vielmehr die Eigenheiten dieses speziellen Lebensjahres genussvoll auszukosten!

Heute ist ein Tag inmitten meines aktuellen Lebensjahres. Zu meinem Geburtstag vor 6 Monaten habe ich zwei Kerzen in Form von zwei Ziffern bekommen, welche mein Alter zeigen. Ich habe sie aufgehoben und so platziert, dass ich sie immer mal wieder sehen kann. Sie erinnern mich daran, dieses Lebensalter, dieses Lebensjahr mit seinen ganz eigenen Besonderheiten immer wieder zu würdigen und mir bewusst zu machen, warum jetzt meine beste Zeit ist. Danke an mein jetziges Alter.