Mit meiner degenerativen Erkrankung übe ich mich darin, den Fokus zu verschieben. Auf das, was geht, selbst wenn es an manchen Stellen schon anders geht als früher. Dankbar zu sein für das, was mein Körper an Koordination, Motorik und Muskelkraft meistert. Wahrzunehmen, was er kann. Es auszukosten. Zu würdigen und zu erleben.
In einigen Jahren will ich zurückblicken auf ein Leben, das ich ausgekostet habe. Ich will mich daran erinnern, wie es sich angefühlt hat, meinen Körper zu benutzen und Dinge durch meinen eigenen Körper geschafft zu haben, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein.
Ich will mich an das Gefühl erinnern, nicht darüber nachgedacht zu haben sondern einfach getan zu haben, den Körper einfach eingesetzt zu haben. Die Selbstverständlichkeit, mit der mein Körper mir gehorcht und mir gedient hat will ich tief in meine Erinnerung eingravieren. Dieses besänftigende, erhebende Gefühl von Freiheit durch die eigene, kostbare Selbständigkeit.
Ich will durch dieses Haus schlurfen oder rollen und mit meinen Augen an all diesen Details hängen bleiben, die einst aus diesen Knochen und Muskeln entstanden sind: ein Zeugnis aus der Gegenwart für die Zukunft.