„Auf dich, Mama“, dachte ich beim ersten Schluck eines entkoffeinierten Kaffees am gestrigen Muttertag. Sie trank ihn so. Ich trinke ihn so. Ich trinke ihn so am Muttertag. Ich denke dabei an sie. Muttertag, das heißt auch manchmal, keine Mutter zu haben.

Muttertage können sehr unterschiedlich aussehen. Manche ehren die Matriarchin, manche wertschätzen sich selbst, manche werden bedacht, manche gehen unter, manche sind alleine, manche fühlen sich einsam, manchen tut es weh, manche freuen sich.

Muttertag, das war für mich gestern ein delikater Moment mit diesem entkoffeinierten Kaffee. Ein Moment, den ich mir in unserer Baustellenhochphase ganz bewusst herausgenommen habe. Im Sonnenschein, mit einem kleinen Stück Schokolade, das mir mein Mann aus dem Laden mitbrachte mit den Worten „den habe ich für Euch beide mitgebracht“, garniert mit einem Blümchen, ganz passend zum Tag. Muttertag, das war für mich gestern, die Mama zu sein, die ein Schlafzimmer baut, das fertig werden muss, und dabei Bibi Blocksberg anhört.