Menschen haben unterschiedliche Lebenstempi. Das beginnt bei Blutdruck, Atem-, Pulsfrequenz und unterschiedlicher Geschwindigkeit beim Wahrnehmen von visuellen Reizen, über präferierte Schrittgeschwindigkeit, Reaktionszeiten, Tagesstrukturen, Inhalte und Alltagsgestaltung bis hin zu großen Lebensentscheidungen.

Für mich war es eine wichtige Erkenntnis in der Gestaltung von Beziehungen, dass ich ein bestimmtes Lebenstempo habe und andere ein bestimmtes Lebenstempo haben. Die Denk- und Wahrnehmungsgeschwindigkeit, das Wohlfühltempo, ja, das alles variiert auch innerhalb einer Person und sowieso in Abhängigkeit der eigenen Entwicklung, und doch gibt es Tendenzen in den Präferenzen, die überdauern. Ich bin der Überzeugung, dass es für die Synchronizität, das synchrone, sich stimmig anfühlende Schwingen zwischen Individuen, sehr zuträglich ist, wenn die Lebenstempi ähnlich sind. Das kann Entscheidungen für zwischenmenschliche Kontakte erleichtern und Klarheit in Unstimmigkeiten, vielleicht sogar Missverständnisse und Unzufriedenheiten bringen.