Auf den ersten Blick scheinen die Welten einer Schafhirtin und einer approbierten psychologischen Psychotherapeutin in eigener Praxis kaum etwas miteinander zu tun zu haben. Die eine bewegt sich über weite Wiesen und Hügel, begleitet von Wind, Wetter und einer Herde Tiere. Die andere arbeitet in einem ruhigen Praxisraum, im Gespräch mit Menschen über Gedanken, Gefühle und Lebensgeschichten. Doch hinter dieser offensichtlichen Verschiedenheit verbirgt sich eine überraschende Nähe: die Fürsorgepflicht und die Verantwortung für das Wohlergehen der Herde, die Aufmerksamkeit, die Geduld, die besondere Form der Führung, die Wahrnehmung kleinster Veränderungen, die Arbeit in komplexen sozialen Dynamiken und Gefügen, das Ganze im Blick zu behalten, die Bewusstheit über das eigene Verhalten und Wirken, das genaue Beobachten, die Kenntnis jedes Einzelnen, die Empathie, die Unterschiedlichkeit der Individuen...
Es ist das persönliche Bild meiner Arbeit. Wie eine Hirtin begleite ich meine Schäfchen auf ihrem Weg. Aufmerksam, geduldig und mit feinem Gespür für das, was gerade gebraucht wird.