Orientierung im Leben ist ohnehin schwierig, weil wir alle zum ersten Mal leben. Keiner kann uns sagen, wie "man es richtig" macht. Was ist richtig? Für wen ist was richtig? Für wen ist was wann richtig? Wir können uns auf Erfahrungen und Informationen berufen, andere Menschen können uns ihre Wege im Umgang mit bestimmten Situationen, Ereignissen oder Entwicklungen mitteilen, und es gibt über vieles einen (vermeintlichen?) Konsens. Es gibt biologische Abläufe, die offenbar bei den meisten von uns ähnlich geartet sind. Es gibt auch Regeln und Standards - Normen, die Komplexität reduzieren und Orientierung geben können.
Doch was ist, wenn das eigene Leben von diesen Normen immer wieder abweicht? Wenn der eigene Körper nicht macht, was er offenbar bei einem Großteil der Menschheit macht? Und das immer wieder, im Bezug auf verschiedene Entwicklungen? Wenn familiäre Konstellationen "ungewöhnlich" sind oder familiäre und soziale Entwicklungsschritte früher oder später passieren als "üblich" oder übersprungen wurden/werden mussten? Wenn der "natürliche" Ablauf immer wieder gestört wird und die Orientierung an biologischen und sozialen Normen nicht hilfreich ist?
Ich habe das wiederholt und in mehrerlei Hinsicht schmerzlich erlebt und verstanden, dass man dann als Individuum mit Antworten gefragt ist. Mit Kreativität, Einfallsreichtum, Flexibilität, Spontanität, Intuition Anpassungsleistungen erbringen muss, Problemlösungen finden und Ressourcen aufbauen muss.
Die Einzigartigkeit der Situation anerkennen und Entscheidungen treffen.