E. Griegs Wächterlied aus seinen lyrischen Stücken imponiert durch das getragene Tempo „Molto Andante e semplice“ und seine ruhige, klare Komposition, die durch ein „Intermezzo Geister der Nacht“ mittig ergänzt wird.
Es zu spielen wirkt besinnlich und pulsierend gleichermaßen - und dieser Dualismus ist für mich der Zauber dieses Werkes: Beim Spielen und Hören halten wir die Spannung, den Atem, spannen den Bogen auch über die Pausen hinweg, in Erwartung der Geister der Nacht, bevor die Wächter schon fast feierlichen Schrittes am Ende über die Terz zur Tonika die Nacht schließen, während doch die Grundstimmung des Werkes eine leise-friedliche ist.
Griegs Wächter, die gleichmäßigen, wachsamen Schrittes durch die stille Nacht schreiten, sind deutlich zu hören.